Schlaflabor

Ein Schlaflabor ist eine spezielle, medizinische Einrichtung in einem Krankenhaus, die sich mit Schlafstörungen befasst. In Deutschland gibt es über 300 dieser Einrichtungen. In diesen Schlaflabors werden Ursachen und Arten von Schlafstörungen sichtbar. Das Schlaflabor besteht aus zwei Räumen. Ein Raum ist das Patientenzimmer, in dem das Bett des Patienten steht. In einem angrenzenden Raum sind die Messgeräte aufgestellt, die verschiedene Körperwerte während des Schlafes dokumentieren.

Was passiert in einem Schlaflabor?

Anders als andere Krankenhausgeräte geben diese Messgeräte keine Summ- oder Piepsgeräusche von sich. So kann der Patient ungestört schlafen. Ebenso sorgt eine völlige Verdunkelung des Raumes für die nötige Ungestörtheit. Der Patient verbringt mindestens zwei bis drei Nächte im Schlaflabor. In der zweiten Nacht hat er sich an die Umgebung, in der er schläft gewöhnt, das heißt die Ergebnisse liegen näher an den realen Werten. Der Schlafraum ist völlig isoliert, damit keine Störgeräusche und -einflüsse die Aufzeichnungen verfälschen. Der Patient ist über eine, im Schlaflabor angebrachte, Gegensprechanlage mit den betreuenden Ärzten verbunden. Meist leiten Lungenfachärzte oder Nervenärzte die Untersuchungen.

Bevor die Aufzeichnungen jedoch beginnen, verbringt der Patient seinen Tag wie gewohnt. Zwischen 20 und 22 Uhr findet er sich im Schlaflabor ein. Er schläft in gewohntem Schlafanzug. Hier wird er nun an die einzelnen Messgeräte angeschlossen. Dazu werden Elektroden am Körper befestigt. An verschiedenen Reaktionen des Körpers kann die Schlafphase und die Befindlichkeit des Patienten festgestellt und Muskelanspannungen und -entspannungen können gemessen werden. Kleine Thermistoren werden an Nase und Mund angebracht. Mittels diesen kann die Atmung des Patienten festgestellt werden, da sie empfindlich auf Wärme reagieren. Es kann festgestellt werden, wann der Patient durch die Nase oder den Mund atmet. Eine häufige Ursache für Schlafstörungen sind Atemaussetzer. Sie führen zu einer verringerten Sauerstoffversorgung im Blut.

Schlaflabor EEG, EKG und EMG

Des weiteren werden in einem Schlaflabor noch einige andere Messverfahren angewandt. Der Verlauf der Gehirnströme während des Schlafs wird aufgezeichnet, so entsteht ein Schlaf-EEG. Ebenso wird ein Schlaf-EKG erstellt. Dieses zeigt an, ob Herzrhythmusstörungen die Schlafstörungen hervorrufen. Wie schon erwähnt werden die Augenbewegungen ermittelt und mit einem Durchschnittswert abgeglichen. Bei einer Schlaf-EMG werden die elektrischen Ströme in den Muskeln gemessen. Die Beine des Patienten werden ebenfalls mit Elektroden versehen. Diese geben Aufschluss, ob während des Schlafs eine erhöhte Beinbewegung (Restless-Legs-Syndrom) die Ursache für den schlechten Schlaf sind. Ein Sensor am Finger des Patienten misst den Sauerstoffgehalt des Blutes. Und zuletzt sorgen Atemflussfühler, die über Bauch und Brustkorb befestigt werden, erfassen die Tiefe und Frequenz der Atemzüge. Über eine Infrarotkamera werden die Schlafbewegungen des Behandelten erfasst. Ebenso ist ein Mikrophon angebracht, damit auffällige Geräusche, wie Sprechen und Schnarchen, aufgenommen werden können.

Im Schlaflabor werden die Patienten, trotz der vielen Kabel und Elektroden an ihrem Körper, in ihrem Schlafen nicht beeinträchtigt. So kann er seinen gewohnten Schlaf nehmen. Da die "Verkabelung" des Patienten einige Zeit in Anspruch nimmt, beginnen die Aufzeichnungen zwischen 23 und 24 Uhr. Gegen 6 Uhr morgens enden sie. So lief die Dokumentation der Messungen eine ganze Nacht. Dies ist sehr wichtig, da ein Mensch verschiedene Schlafphasen durchlebt. Damit können im Schlaflabor tatsächlich alle Verhalten des Patienten aufgezeichnet werden. Die Messungen werden visuell oder über spezielle Rechner ausgewertet.

Wann soll ein Schlaflabor aufgesucht werden?

Die Untersuchungen im Schlaflabor vor allem von Schlafstörungen und die Untersuchung ob beim Patienten eine Schlafapnoe vorliegt muss in einem Schlaflabor vorgenommen werden. Gerade Schnarchen und die potenziellen gesundheitlichen Schäden die durch Schnarchen entstehen können müssen festgetellt werden. Informieren sie sich bei Ihrem Arzt des vertrauens.

0 Comments:

Kommentar posten


Top